Marken und Religion - Rapid Wien - Markenblog

Wen betest du an? Stephanus, Steve Jobs oder Steffen Hoffmann?

Gepostet am 20. Juli 2016 | Redakteur Silberball Admin | Kategorie Kluge Worte

Rapid ist „mehr als ein Verein“ steht unter dem aktuellen Plakat des Wiener Clubs. Die Kirchenfenster-Optik verrät auch, was dieses Mehr zu bedeuten hat: Rapid ist eine Religion!

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Rapid ist außerdem eine Marke. Und erfolgreiche Marken haben mit Religion viele Gemeinsamkeiten.

Das Christentum als Marke

Lange bevor es modernes Marketing gab, waren Religionen werblich schon gut aufgestellt. Zum Beispiel hat(te) das Christentum mit dem Kreuz ein starkes Logo. Auch Storytelling (Bibel) und Community-Building (Gemeinschaft der Gläubigen) funktionier(t)en prächtig.

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Religiöse Motive in der Werbung

Umgekehrt arbeitet Werbung immer wieder mit religiösen Motiven. Dabei fallen zwei Richtungen auf:

Sehr oft wird mit Erotik gespielt und somit die kirchliche Moral provoziert (siehe Benetton).

Bei anderen Ansätzen überwiegt die Ironie. In diese Kategorie fällt das erwähnte Rapid-Beispiel. Für viele mag Rapid tatsächlich eine Religion sein. Dennoch nutzt das Plakat bewusst und humorvoll den Kontrast zwischen etwas Heiligem und etwas Trivialem wie dem Fußball.

benetton - silberball Markenblog

Der religiöse Charakter von Marken

Noch interessanter als die religiösen Motive sind die religiösen Eigenschaften und Funktionen, die Marken haben. Ein gutes Beispiel ist Apple.

Apple Cartoon - Silberball - Markenblog

Der ehemalige Apple-Papst Steve Jobs schreckte nicht davor zurück, seine Schäflein zu bevormunden: Nach dem Motto „Du sollst keine CDs verwenden“ wurde auf das entsprechende Laufwerk einfach verzichtet. Die Jünger fügten sich dankbar in ihr Schicksal. Jobs hatte ihnen in der unübersichtlichen digitalen Welt eine Entscheidung abgenommen.

Damit sind wir bei dem vielleicht wichtigsten Punkt angelangt: Marken geben Orientierung!

Das bedeutet aber nicht, dass sich Marken alles erlauben können, im Gegenteil. Gerade aufgrund ihrer sinnstiftenden Funktion werden sie mit ethischen Erwartungshaltungen konfrontiert. Die Ansprüche an Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit und Social Responsibility wachsen, wie eine aktuelle Studie zeigt (www.grieger-cie.de/csr-studie).

Wie die Kirche müssen auch Marken mit einem Bedeutungsverlust rechnen. Und wehe dem Rapidler, der für seine Religion nicht alles gibt!

Silberball betrachtet Marken nicht unbedingt als Religion. Aber wir glauben daran, dass exzellente Marken begeistern können. Mehr dazu auf www.silberball.com

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